Daniel Mendes Jenner: Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Tech und Trara. Und wie immer bin ich nicht alleine hier, ich hab wieder einen neuen Gast dabei. Und das Besondere ist, wir kommen beide aus dem hohen Norden. Wir haben uns eben beide schon mit Moin begrüßt. Heute sitzt nämlich der Heiko Hubertz virtuell digital neben mir. Und er ist da, weil er in der Internet-Ära in den unterschiedlichsten Bereichen bereits seine Hände, seine Finger im Spiel hatte. Mit einem großen Gaming-Studio, Bigpoint hieß es damals. aber eben auch jetzt in der KI-Ära mit seinem neuesten Projekt. Da muss ich noch mal kurz schauen, wie der Name hieß. Der ist mir nämlich hier verrückt. Oxolo, richtig? Und ich bin sehr froh, dass du da bist. Wir haben so viele spannende Themen heute zu besprechen. Herzlich willkommen.
Heiko Hubertz: Hallo, vielen Dank, dass ich dabei sein darf.
Daniel Mendes Jenner: Ja und was ich bei dir ja wirklich spannend finde ist, du bist ja schon seit Jahrzehnten in dem Bereich und hast die unterschiedlichsten Entwicklungen des Internets miterlebt, was ich total cool finde, weil ich glaube, dass viele Leute dann doch immer nur einzelne Ausschnitte davon erlebt haben, weil sie erst jetzt zum KI-Hype mit aufgesprungen sind oder weil sie vor allem früh bei den Browser Games das mitgeprägt haben. Umso schöner finde ich es, dass wir so einen kleinen Rundumschlag machen können und uns wirklich anschauen können, wie sich das Internet auch entwickelt hat und was für für Dynamiken dazu geführt haben, dass es eben so aussieht, wie es heute ist. Dementsprechend habe ich auch schon eine erste etwas umfänglichere Frage für dich dabei. Es würde mich nämlich brennend interessieren, was sich aus deiner Sicht in diesen ganzen Zyklen des Internets, die wir derzeit erlebt haben, wiederholt hat oder was vielleicht auch die heutige Zeit so stark von früher unterscheidet.
Heiko Hubertz: Gute Frage. was sich wiederholt, ist, glaube ich, allgemein, warum ich auch in dieser Branche, glaube ich, bin, ist, dass du sehr einfach, sehr schnell Geschäftsmodelle validieren kannst. Du kannst einfach sehr schnell das wenig Einstiegshürden, kannst selber, wenn du bisschen programmieren kannst, und selbst das musst du ja heutzutage nicht mehr können, kannst du schnell einfach ein Produkt ins Internet stellen und kannst sehr einfach vielleicht den ersten Traffic auf deine Webseite schieben.
Heiko Hubertz: Finden dann die Leute dieses Produkt, die Idee gut, kann man damit Geld verdienen, bleiben die hier hängen und habe ich da etwas vielleicht entwickelt, was irgendwie jemanden Freude macht oder weiterhilft. Und ich glaube, das ist etwas, was in den letzten Jahren immer nur einfacher geworden ist. Sprich in der ersten Anfangszeit, wirklich meine ersten Internetprojekte Ende der 90er. Da war noch die große Frage, wie komme ich ins Internet? Dann habe ich dann einen Server, brauche ich mir einen Server, hoste ich einen Server? Und all diese Schritte. sind natürlich heute viel einfacher geworden. Ich kann heute sehr einfach mit Cloud-Anbietern mit wenigen Klicks mir etwas Kapazität kaufen. Ich kann sehr einfach heute mit KI-Tools Software entwickeln. sprich, ich glaube, es war nie einfacher, ein Unternehmen zu gründen und ein Produkt auf den Markt zu bringen, wie jemals zuvor. Auf der anderen Seite bedeutet das allerdings auch, dass es viel mehr gibt, die genau das auch können. Und damit ist der Wettbewerb sicherlich noch mal härter. Und das ist vielleicht etwas, was sich stark verändert hat im Vergleich von vor 20, 30 Jahren.
Daniel Mendes Jenner: Das finde ich insofern auch einen total wichtigen Punkt, weil Big Point ja damals 2002 entstanden ist und ich mich schon frage, inwiefern sich da auch die Vorgehensweise geändert hat. Also ich habe selber schon in dem einen oder anderen Gründungswettbewerb versucht, mal zu schauen, wie man Ideen validieren kann, wie man überhaupt an so eine unternehmerische Idee rangeht, wie man überlegt, wie der Markt dazu passt und was es auch für Geschäftsmodelle dahinter gehen kann. Wie sah denn das 2002 bei dir aus? Wie unterscheidet sich das, wenn du das vergleichst mit der Gründung von Oxolo und...
Heiko Hubertz: Ja, gab es natürlich noch bei weitem nicht die Möglichkeiten der Recherche. Aber auf der anderen Seite gab es natürlich auch einfach weniger Anbieter. Spricht egal, was du damals probiert hast. Die Wahrscheinlichkeit, dass es noch niemanden gab, der das gemacht hat, war deutlich höher, als es heute ist. Und dementsprechend war es ein simples Beispiel, viel einfacher, damals auch eine Domain zu finden für seinen Namen. Wenn ich mir heute überlege, was für einen Aufwand wir betreiben müssen, um zu recherchieren, ob wir alle möglichen Schreibweisen an einem bestimmten Domain heutzutage bekommen, ob auch alles frei ist etc. Ob wir gute SEO dafür machen können, das ist natürlich heute eine ganz andere Welt. Auf der anderen Seite war die Technologie auch noch nicht so weit, zu sagen, kann ich all das umsetzen? Also all die Ideen, es hervorragenderweise damals gab, dafür gab es zum Teil gar nicht die Technologien, die umzusetzen. Und glaube, das hat uns auch bis in damals wahrscheinlich ausgemacht, dass wir diese Naivität einfach gestartet sind. Wir probieren es einfach mal. In der Big Point, die ersten Games, waren nur Leute da, die Internettechnologien beherrscht haben, die Server managen konnten, die PHP entwickeln konnten oder Flash oder ähnliches, damals da war, die vielleicht Photoshop bedienen konnten. Sprich, keinerlei, der aus der Gamingbranche kam, sondern alles nur Internettechnologien. Und damit haben wir versucht, die ersten Spiele zu machen und waren damit halt Pioniere vielleicht in dem Sinne, aber auf der anderen Seite auch sehr innovativ, weil wir gar keine Vorbilder hatten. Wenn man einfach vielleicht sagen konnte, hey, die haben es so gemacht, so machen wir es jetzt. Das ist, glaube ich, etwas, heute wiederum sehr anders ist. Ich kann heute sehr schnell mir anschauen, wie haben andere etwas umgesetzt. kann sehr viel vor und nachlesen. kann heute KI befragen, wie kann ich jenes über dieses machen. Also wieder das Thema Einstiegsschwelle ist geringer, aber dadurch vielleicht auch der Innovationsgrad.
Daniel Mendes Jenner: ist auch nochmal ein Punkt, wo ich gerne einhaken würde, den Leuten noch ein paar Einblicke dazu zu geben, was Bigpoint denn eigentlich alles so an Spielen herausgebracht hat. Denn ich denke, viele Leute kennen die Spiele-Studios hinter den Spielen gar nicht so gut wie die Spiele selbst. Das, was ich besonders gefunden habe, ist Farmerama und Dark Orbit, aber auch der Fußballmanager, wenn ich richtig recherchiert habe. Das sind, glaube ich, so mit eurer größten Erfolge gewesen, richtig?
Heiko Hubertz: Ja, es waren sicherlich finanziell mit die größten Erfolge, aber die wahrscheinlich weniger bekannten. Also klar, wir gute Domains gehabt wie Fußballmanager.de und Pharma Rama war sehr stark im TV promoted. Wir haben mit diversen Fernsehsendern zusammengearbeitet. stärkste Partnerschaft war damals ganz klar mit ProSieben Sat.1, die wirklich extrem viel mit uns gemeinsam gebaut haben. Allerdings haben wir später einen Teil uns unternehmens auch an NBC Universal, also NBC der Fernsehsender Universal, die Hollywood Studio. verkauft und haben mit denen halt natürlich gemeinsam auch Hollywood-Projekte umgesetzt. Die haben uns halt viele Türen dort geöffnet, haben unser Office in San Francisco geöffnet. Damals haben knapp 100 Leute gehabt, die dann halt die Produktion gemacht haben, auch basierend auf Hollywood-Lizenzen. Da haben wir halt so was gebaut wie Ice Age oder Game of Thrones oder Battlestar Galactica etc. und noch diverse andere Franchises, die wir dann lizenziert haben aus Hollywood. Wo dann sicherlich der größere Brand dahinter stand. Allerdings der finanzielle Erfolg war deutlich mehr in den eigenen Entwicklungen, wie zum Beispiel Pharma.
Daniel Mendes Jenner: Ihr habt euch ja vor allem mit Browser Games beschäftigt. Da habe ich mich auch so ein bisschen gefragt, was war der Grund, weshalb Browser Games in ihrem Marktvolumen zurückgegangen sind. Ich habe früher auch viel auf Spieleafel zum Beispiel meine Zeit verbracht und mir ist auch bewusst, dass diese Plattformen ja sehr viel kleiner geworden sind als sie damals waren.
Heiko Hubertz: Ja, also es gab aber nichts anderes. Sprich, wenn du irgendwie online spielen wolltest, dann hattest du einen Browser. Damals war es klar, dass wir auf minimalste Bandbreite auch nur setzen konnten. Es war schon immer das Thema, wie können wir noch die Grafiken weiter runter reduzieren? Wie können wir schaffen, dass auch jemanden, mit einem Modem hineinkommt, mit ISDN, was damals das Thema war, die einfachste DSL-Leitung trotzdem unser Spiel gut spielen kann. Und deswegen waren Browser Games quasi das niedrigste Einstiegsniveau für jeden. Später wurden natürlich durch entsprechende weitere Plugins, Flash hatte ich schon genannt, später Community und andere Sachen hinzu, mit denen man dann deutlich grafisch aufwändigere und auch vielleicht dann spaßigere Games machen kann. Also die ersten Browser Games waren häufig tabellenbasierte, textbasierende. Spiele, wo es sehr viel darum angeht, gegen Aufbaustrategiespiele zu machen, in denen ich irgendwie etwas einstelle und dann hat irgendwo auf dem Server irgendwas berechnet und wenige Minuten später oder Stunden später wurde dann irgendwas angezeigt, was passiert ist. Also wirklich minimale Themen. Es viel Fantasie verlangt von den Nutzern. Dennoch hat es großen Anklang gefunden. Man muss allerdings auch sagen, dass Browser Games ein sehr deutsches, vielleicht europäisches Phänomen waren. Also die großen Browser Games Anbieter kamen von der ganzen Welt, kamen aus Deutschland. Weil das Strategieaufbau-Thema ein sehr typisch deutsches Thema ist. Später mit dem Erfolg von Facebook und Facebook Games wurden Browser Games in die Facebook-Welt hineingebracht und sicherlich eines der bekanntesten Spiele dort fahren will, hat dann eigentlich allen quasi die Türen geöffnet zu verstehen, wie Browser Games funktionieren und vor allem, das Geschäftsmodell, was wir nicht gesprochen haben, funktioniert hat. Weil das Besondere war, dass alle diese Spiele immer free to play waren, sprich der Einstieg war einfach nur registriere dich und du kannst sofort los spielen. Und wenn du halt irgendwie eine kleine Verbesserung haben wolltest, etwas schneller fertig gebaut haben möchtest, hast du halt Kleinstbeträge bezahlt, das halt hinzubekommen. Sprich wir hatten auch nicht diese Einstiegsschwelle. Du musst jetzt irgendwie dir erstmal eine Playstation Nintendo kaufen, da musst du das Spiel nochmal für 30, 40, 50 Euro kaufen, sondern du konntest mit deinem bestehenden Gerät, das du ohnehin zu Hause hattest, sofort Spielspaß haben und das sogar noch kostenlos und nur dann auch bezahlen.
Heiko Hubertz: wenn du auch wirklich Spaß und Freude an einem Spiel hattest. Und dann auch teilweise halt nur Kleinstbeträge. Das glaube waren so die Erfolgsfaktoren, warum Browser Games dann den großen Durchbruch hat.
Daniel Mendes Jenner: Ich denke, bin nicht der Einzige, der in der Kindheit einige dieser Spiele selber auch gespielt hat. Was ich aber auch super erwähnenswert finde, ist, einen erfolgreichen Unternehmer zeichnet ja aus, sich eben weiterzuentwickeln und sich und seine Geschäftsmodelle immer wieder offen anzupassen, sobald es die Zeit erfordert. Und das hast du ja getan, denn du bist ja jetzt ins Thema KI eingestiegen. Und deshalb würde mich brennend interessieren, mal zu verstehen, was war für dich der Moment, wo du gesagt hast, okay, KI spielt jetzt so eine große Rolle, da muss ich auch mit dabei sein.
Heiko Hubertz: Ja, vielleicht um die Chronologie noch klar zu machen, also nach Big Point, ich hab dann Big Point verkauft 2011, dann hab ich ein Jahr lang die Welt bereist und hab dann ein neues Game, eine neue Spielefirma gebaut, WoW Games, hab die vier, fünf Jahre aufgebaut und hab die dann auch wieder verkauft. Und dann war für mich irgendwie klar nach 15 Jahren oder noch mehr, 15, 16, 17 Jahre waren es fast, Games jetzt willst du was Neues machen. Also für mich war ganz klar, okay, Games möchtest du nicht weiter. auch wenn das spaßig ist, aber mir fehlt einfach die Challenge. Dann habe ich mich dann mal mit beschäftigt, okay, welche Technologie glaubst du verändert wirklich unsere Welt? Und dann waren für mich zwei Themen. Das eine war alles das Thema Blockchain. Das war so ein großes Thema, das ich mir angeschaut habe. Und das zweite Thema war KI. Und habe mich dann klar gegen Blockchain im ersten Schritt entschieden, weil ich dort nicht sofort offensichtlich für die Masse einen klaren Use-Case gesehen habe. Es gab viele und es gibt heute immer noch viele, viele tolle Ideen dazu. Aber das ist nicht zugänglich genug für die Nutzer. Und bei KI habe ich das viel klarer und viel einfacher gesehen. Okay, wenn die KI mir A, B, C abnehmen kann, dann ist das für jeden Nutzer sofort klar und nutzbar. Okay, dann musst du dich mehr beschäftigen. Und die allererste Idee, die wir hatten, was für Produkt wir entwickeln wollten, war trotzdem wieder sehr nah am Gaming-Thema. Ich hatte gerade eine Tochter bekommen und die Idee war zu sagen, okay, wir möchten ... quasi die Toniebox auf Steroiden, sage ich mal, hinaus. Wir wollen, dass es eine App gibt, in der Kinder sich mit einem Virtual Charakter unterhalten können, mit dem Spaß haben können, aber auch mit dem lernen können. Das war die allererste Idee. Wir haben ein Produkt entwickelt, eine App, war dann auch wirklich live, wo Kinder mit einem Virtual Charakter, der entsprechend 3D animiert worden ist, sprechen können. Also einfach reinsprechen und das gab eine entsprechende Antwort. Das hat soweit technologisch Okay, funktioniert in Laborbedingungen. Sprich, es war alles ruhig, ich habe deutlich und klar gesprochen. Und dann hat auch die KI einigermaßen verstanden, was ich gesagt habe und hat daraus einigermaßen richtige Antwort geliefert. Die Realität sah natürlich aber anders aus, dass Kinder nicht deutlich klar sprechen, nicht in einem ruhigen Umgebung sind, sondern eher vielleicht, weil der Fernseher im Hintergrund läuft, die Mutter am Kochen ist oder die Geschwister hineinrufen, etc. Und dadurch war einfach zu dem Zeitpunkt, wir sprechen jetzt fünf Jahre zurück, also
Heiko Hubertz: eher so 2020, 2021 den Zeitpunkt, war die nicht stark genug, das alles rauszufiltern und das sauber zu erkennen. Und ja, war das eine schöne Idee, die wir am Anfang hatten, mussten dann aber sehr schnell sagen, okay, es funktioniert nicht. Hatten allerdings den ganzen Research schon. Wir hatten Mitarbeiter, die wirklich eigene Modelle, eigene AI-Modelle trainiert und entwickelt haben. Und es war klar, das, was technologisch dort jetzt gerade passiert, die Geschwindigkeit, in der die KI sich entwickelt, da wollen wir mit dabei sein und haben dann nach...
Daniel Mendes Jenner: Und das praktische dabei ist natürlich, dass du ja auch ganz viel Erfahrung aus deinen vorherigen Unternehmungen, aus den vorherigen Gründungen zerren kannst. Was hast du aus der Zeit davor mitgenommen, was dir jetzt bei dem Projekt, bei dem Unternehmen hilft?
Heiko Hubertz: Es wird fast noch eher andersherum. Es gibt eher am Anfang Sachen, die mich behindert haben. Wenn du ein großes Erfolgsunternehmen hattest und weg warst über 1000 Mitarbeiter und man sehr, sehr profitabel und sehr viel Geld verdient und wenn du dann plötzlich wieder ein kleines Unternehmen brauchst, dann bist du erstmal völlig lost. Weil du bist eigentlich gewohnt, dass du Leute hast, die deine Sachen abnehmen, die für dich Sachen machen, dass du Ressourcen einfach hast, finanziell, Mitarbeiter, Zugänge etc. Wenn du in einen Markt einsteigst, der völlig neu für dich ist, der vielleicht sogar allgemein sehr neu ist, dann hast du dieses Netzwerk nicht, du hast das Nahau nicht, du hast die Mitarbeiter nicht, du hast gar wo diese Mitarbeiter herbekommen sollen, die hier so dieses abarbeiten können. Also das war viel eher das große Problem. Auf der anderen Seite hatte ich genau das gleiche Problem in der Anfangszeit von Bigpoint, weil wie ich sagte am Anfang, wir haben keine Mitarbeiter eingestellt, die aus großen Gaming-Unternehmen, aus Gaming-Studios kamen und die genau uns gesagt haben, so baut man Spiele, sondern wir haben Leute eingestellt, die die Technologie, die Internettechnologie verstanden haben. und wir dann unsere eigenen Fantasien und Ideen in die Spielung setzen. Und genauso haben wir es nachher dann auch gemacht und gesagt, okay, wenn wir die Masse hier nicht an Super-Know-How haben hier und benutzen können, was können wir denn benutzen an dem, was wir hier haben, daraus ein erfolgreiches Unternehmen zu bauen? Und das haben wir jetzt nach und nach versucht, halt so entsprechend umzusetzen. Sprich, die Leute zu holen, die mit einer bestimmten Thematik sehr gut umgehen können und daraufhin dann versuchen, Innovationen zu treiben. Das ist auch weiterhin aktuell. glaube, der Ansatz, der uns am meisten hilft und der mir am meisten von meiner Vergangenheit unterlebt.
Daniel Mendes Jenner: Ich kann das total nachvollziehen. unseren Projekten, bin gerade auch dabei, große Talent-Community aufzubauen. Und es ist echt so interessant zu überlegen, wie man diese Sachen mit möglichst wenig Budget und möglichst wenig personellen Ressourcen aufgestellt bekommt. Ich merke, mich schränkt es manchmal ein, weil ich das Gefühl habe, dass wenn man zu sehr darin gefangen ist, überlegen, wie kriegt man das innerhalb der Ressourcen, die am zur Verfügung stehen, ist einem schwieriger oder schwerer fällt, dann so groß zu denken, wie man denken könnte, sobald man Kapital dafür einsammelt und eben mal wirklich mit großen Zahlen hantieren kann und das deutlich schneller wachsen lassen kann als zum jetzigen Zeitpunkt. auch ein Thema, dem ich mich sehr gut identifizieren kann und wo ich das Gefühl habe, dass vor allem so im Start-up-Bereich die Leute echt kreativ werden und Lösungen finden und spannende Ansätze finden, wen sie einstellen, was für Persönlichkeiten sie abdecken sollen, wie du eben auch schon meintest. Also ich finde es auch immer sehr interessant zu schauen, wie man eben die Leute bekommt, die so eine Anpassungsfähigkeit haben, weil ich das Gefühl habe, dass die Positionen wirklich nicht starr sind, sondern sehr flexibel, sehr dynamisch, sich auch immer von Monat zu Monat neu erfüllen.
Heiko Hubertz: Vielleicht ganz kurz dazu zu zum Personal. finde eine ganz wichtige Sache und vielleicht eine wichtige Learning, was ich jedem mitgeben kann, ist, stell Leute ein, die wirklich deine Leidenschaft mitteilen, mit denen du auch Bock hast, abends da zu sitzen, Bier zu trinken, die mit dir wirklich gleich ticken. Die müssen nicht die gleichen Fähigkeiten haben. Ganz im Gegenteil, du musst da schon ein heterogenes Team bauen. Du musst homogen sein auf der Ebene, wollen wir das Gleiche hier erreichen, haben wir die gleiche Leidenschaft. Denn das bringt einfach nichts, wenn du Leute dabei hast, die sagen, okay, Wir wollen hier was Großes aufbauen. sind bereit, alle dafür hart zu arbeiten und alle unsere Ideen, unsere Energie da hineinzubringen. Und dann hast du ein paar Leute, sagen, nee, ist jetzt vier Uhr Nachmittag, ich möchte jetzt nach Hause und für mich ist das hier einfach nur Arbeit. Ich bin morgen früh neun wieder hier oder so. Das sind nicht die, mit denen du ein Unternehmen aufbaust. Die brauchst vielleicht auch irgendwann. Die haben vielleicht auch irgendwo ihre Stärkenfähigkeit. Aber gerade in der Anfangsphase, wenn du ein Unternehmen baust, Du Leute haben, das gleiche Energielevel haben wie du als Gründer und auch bereit sind, diese Energie mit dir reinzubringen, weil sie daran glauben an deine Vision, an die Mission, an die Technologie, an deine Ideen, die du hast, dass er gemeinsam dieses Ziel erreicht. Das ist für dich extrem wichtig und teilweise wichtiger als die Fähigkeit. haben sie Master, keinen Doktor, vielleicht nicht schon zehn Jahre Berufserfahrung, aber durch ihre Energie und ihre Leidenschaft holen die viel mehr meistens raus, gerade in Anfangszeit. Später hast du dann vielleicht andere Probleme mit dieser Art von Mitarbeitern und brauchst dann andere, die dann vielleicht bisschen mehr Ruhe und Erfahrung und ein anderes Skillset mitbringen. Aber in der Anfangsphase halte ich das für extrem wichtig.
Daniel Mendes Jenner: Definitiv. Und da finde ich es auch wichtig, dass man eben schaut, dass man auch von Anfang an diese Leute findet und auswählt, weil man ja oft das Problem hat, dass man dann auch Menschen im Team hat, die einfach gar nicht dazu passen, von der Einstellung her. Und man ja auch niemandem aufzwingen möchte, mehr zu arbeiten, als die Person in der Situation möchte, weil es ja auch ein gutes Recht ist, nur so viel zu arbeiten, wie man Lust drauf hat. Aber Leute zu finden, die diese Lust mitbringen und die das freiwillig gerne machen, weil sie eben sehen, was es für ein Benefit bietet, das Unternehmen eben schon heute groß wird und nicht erst morgen oder übermorgen. Das ist, glaube ich, echt entscheidend und damit tritt man auch nie noch mal auf die Füße. Dementsprechend sehr, sehr wichtiges Thema. Eine Sache, die einen da aber natürlich immer bisschen dämpfen kann, ist ja der AI Act unserer Europäischen Union. Dementsprechend würde ich darauf auch gerne zu sprechen kommen, weil ich das Gefühl habe, dass je nachdem wem man fragt, ganz unterschiedliche Antworten bekommt, wie innovationsfördernd oder innovationshindern der denn gerade für Unternehmen wieder eines ist. Wie seid ihr denn damit umgegangen? Wie hat sich das in eurem Arbeitsalltag geäußert?
Heiko Hubertz: Ja, grundsätzlich ist, glaube ich, unabhängig zu dem AI Act, ich glaube, grundsätzlich haben wir in Europa das große Problem, dass wir dazu neigen, schnell zu überregulieren und erst mal versuchen, einen Rahmen zu schaffen, der es nicht möglich macht, vielleicht Geschwindigkeit oder Innovationskraft sofort freizugeben, sondern man sieht sofort erst mal nur die Gefahren statt den Möglichkeiten. Grundsätzlich will ich das gar nicht verteufeln, aber im Wettbewerb, internationalen Wettbewerb hemmt es uns einfach natürlich. Weil wenn ich nicht auf Daten zugreifen kann, weil ich einen starken Datenschutz habe oder weil ich halt durch gewisse andere Regulare nicht in der Lage bin, auf Daten zuzugreifen, sie zum Trainingszwecken zu benutzen für eine KI oder mit der KI überhaupt jedem einfach anbieten kann, wie sie vielleicht in den USA oder China immer möglich ist, verliere ich in diesem Wettbewerb. Wenn wir ehrlich sind, in dem das, was die meisten derzeit unter KI verstehen, also LLMs, à la ChatGPT, Gemini etc. haben wir das Rennen natürlich auch schon längst verloren. Sicherlich gibt es den einen oder anderen europäischen Anbieter, der noch in diesem Segment arbeitet. Und ich hoffe auch, dass die in ihren Segmenten einen gewissen Erfolg haben werden. Aber das große Rennen haben natürlich schon längst die Amerikaner und vielleicht einige Chinesen für sich gewonnen. Worauf wir lernen, was wir daraus lernen müssen, weil wir diese starken Strickenregularien haben. Aber vor allen Dingen auch ganz wichtig, weil wir nicht die finanziellen Mittel hier haben, nicht die finanziellen Kapazitäten zur Verfügung stellen. Können wir da derzeit oder konnten wir da nicht mithalten? Es gibt aber einen anderen Bereich, wo wir insbesondere hier in Deutschland, meiner Meinung eine große Chance haben. Und das ist alles, was in diesem Bereich Physical AI geht oder Robotik. Da kommen wir eigentlich hier. Das ist unser Thema. Da kommen wir Maschinenbau, Qualität, wo es genau darauf ankommt, wie genau die einzelnen Teile miteinander wirken. Wenn ich da entsprechend sage, ich versuche in Deutschland dort eine der Marktführer zu werden. Weltmarktführer zu sein, dann können wir noch sicherlich eine Chance haben, weil sich alle anderen auf andere Themen konzentrieren. Es gibt auch in Europa erste und nicht erste, es gibt sehr erfolgreiche Robotik-Unternehmen. gibt Unternehmen, die in sogenannten Weltmodellen, die für Robotik extrem wichtig sind, forschen, die auch hier in Europa sind. Die müssen wir jetzt uns anschauen. Da müssen wir jetzt Geld hineinstellen und da müssen wir aufpassen, dass wir nicht wieder anfangen zu überregulieren, sondern von vornherein denen ein Playfield quasi geben, in dem sie
Heiko Hubertz: gut agieren können, forschen können und schnell auch ihre Ideen und Produkte am Markt testen können. Wenn wir das auch wieder verpassen, glaube dann wird es einfach schwer allgemein in dem KI-Bereich noch weltweit eine große Rolle zu spielen. Jeder, der sich mit KI beschäftigt, weiß, dass das wirklich eine der größten Industrierevolutionen sein wird und wenn nicht schon ganz schon aktuell ist, die wir alle in unserer Lebenszeit erlebt haben und wahrscheinlich erleben werden. Und wenn Deutschland und Europa da nicht jetzt zügig versucht, die Geschwindigkeit aufzunehmen, wie sie in Asien und in USA stattfindet, dann werden wir ja, werden wir große Probleme, Meinung nach.
Daniel Mendes Jenner: Das erinnert mich an den Digital-Gipfel 2023. Da war ich für das Common Grounds Forum, mit dem auch in Kooperation dieser Podcast entsteht, beim Digital-Gipfel auf der Bühne. Und direkt danach gab es noch einen Auftritt von Robert Habeck. Da hat er mit dem Geschäftsführer oder mit dem Vorstand von AlgorithmWatch, mit dem Andreas Spiel kam, darüber diskutiert, an welchem Punkt man den KI sinnvoll regulieren sollte, quasi bevor der Code entsteht oder nachdem er entstanden ist. Und ich muss sagen, mich beschäftigt die Frage noch heute, weil ich das Gefühl habe, Im Vergleich zu anderen Innovationen ist Künstliche Intelligenz ja etwas, was so schnell sich so massiv weiterentwickeln kann und so dynamisch wird, dass man es ja ab einem gewissen Punkt gar nicht mehr so richtig eingefangen kriegt. Und deshalb würde ich die Frage einfach gerne mal an dich weitergeben. Wenn man es denn irgendwann regulieren wollen würde und sagt, man würde es nicht so weit am Anfang machen, wie die EU es derzeit vorschlägt, wo kann man das an welchen Punkten noch sinnvoll einfangen? Oder ist man da noch in der Lage sein zu fangen? Oder sollte man es einfach durchlaufen lassen?
Heiko Hubertz: Bitte mich nicht falsch bestehen. Ich sage nicht, dass wir keine Regulierung brauchen. Die Frage ist nur, welchem Zeitpunkt und wie eng muss die Regulierung von vornherein sein. Also ganz klar, KI kann in vielen Bereichen sehr negativ eingesetzt werden. Und sie wird wahrscheinlich auch jetzt schon negativ eingesetzt gegen Unternehmen, gegen Menschen etc. Und das wird sicherlich eher zunehmen als abnehmen. Und deswegen muss klar sein, dass gewisse Sachen einfach geschützt werden müssen. Darum geht es hier nicht. Es geht nur darum, dass wir den Leuten, die in diesem Bereich forschen, dass wir mit ihnen in einem Dialog stehen und dass wir versuchen zu erfahren, was müsst ihr haben, damit ihr im internationalen Wettbewerb bestehen könnt? Wo seht ihr aber auch Gefahren? Wo sollen wir gemeinsam Regulare machen? Wo sollen wir sagen, okay, da müssen wir uns einschränken und da müssen wir uns weniger einschränken? Wir müssen einfach immer das im internationalen Vergleich sehen. bringt uns nichts, wenn wir sagen, in Europa kapseln wir uns ab, jenes, was wir mit KI machen und nicht machen. Aber alle anderen auf der Welt machen es dann trotzdem und dann nutzen alle anderen diese Modelle, weil sie einfach besser, schneller, effektiver oder was auch immer sind. Und der gesamte Die gesamte Wertschöpfung wird dann in diesen Unternehmen abgeschöpft, die diese KI entwickelt und zur Verfügung gestellt haben. Da ist doch eher die Gefahr, dass man gemeinsam weltweit schaut, wie man KI reguliert. glaube, das ist total klar und muss man auch machen. Aber es muss ein Rahmen sein, der es ermöglicht, im Wettbewerb in Europa zu bestehen. Und derzeit sind wir in Europa einfach zu stark reguliert im Vergleich zum internationalen Wettbewerb. Da müssen wir halt aufpassen. Nochmal, geht nicht keine Regulierung, es geht gemeinsame Regulierung.
Daniel Mendes Jenner: Genau. Genau, und das ist das, wo ich gerne mal ins Detail gehen würde, denn ich sehe es genau wie du. Ich glaube, es ist total riskant, wenn man dann am Ende an einem Punkt kommt, wo dann die Programme immer noch existieren und dann doch wieder in Deutschland verwendet werden, weil sie ja immer noch offen zugänglich sind und wir das ja auch schätzen, dass man eben alles offen zugänglich erwerben kann. Aber was wäre denn aus deiner Sicht als quasi ein Unternehmen, was ja aktiv von solchen Regularien betroffen ist? Ein sinnvoller Interventionspunkt, dem beispielsweise solche Gesetze gut greifen können oder in welchem Rahmen sie greifen können, hast du da Vorschläge für? Denn das ist ja das, was die Politik ja an sich auch immer ganz schön findet, wenn sie mal Feedback aus der Branche bekommt.
Heiko Hubertz: Ich glaube, eines der größten allgemeinen Themen ist sicherlich immer wieder das Thema Datenschutz. Wie darf ich mit Daten umgehen und wie sollte ich mit Daten umgehen? Ich glaube, dass das ein gutes Beispiel ist der völligen Überregulierung. Also nehmen wir einfach das Beispiel, das wir alle kennen, wenn wir eine Webseite besuchen, jedes Mal muss ich diesen Cookie-Banner weglicken. Mittlerweile reagiert kaum einer mehr da drauf. Kaum einer sagt, ich lese mir jetzt mal genau durch, was die Du da bei mir speichern. Die meisten haben immer die Einstellung, ich nehme alles an, lehne alles ab. Eines von den beiden wahrscheinlich. Wahrscheinlich die große Mehrheit nimmt an, damit sie das Produkt überhaupt nutzen können. Und dasselbe passiert gerade bei KI. Was passiert dort? Jeder sagt, okay, ich nutze ChatGPT oder ich nutze Gemini oder ähnliches und lädt da auch einfach wild Daten hoch und nutzt das und sagt, hier ist irgendwie ein Vertrag, lese den mal durch, fasste den für mich zusammen, sind hier Themen drin. Oder übersetze mir mal dieses Formular, was ich gerade. oder, oder, oder. Oder hier sind irgendwie E-Mails, ich bekommen habe, beantwortet mir die mal. Da gehen natürlich z.T. sensibelste Daten rein. Großes Thema Health Care. Ich habe irgendwie einen Bericht vom Arzt bekommen, erkläre mir den mal in einfacher Sprache. Sprich, der Mensch selber draußen, der ist gar nicht damit so sensibel. Der sagt, okay, ich will den Nutzen sofort haben. Sensibel ist dann aber der Regulator, der sagt, okay, ich als Unternehmen, das vielleicht ein KI-Produkt anbietet, darf aber nicht auf diese Daten zu... Ich muss dafür schauen, dass ich ganz andere Daten extra mir einkaufe, vielleicht sogar aus Quellen, die schwierig sind, es mal sehr breit zu fassen. der Nutzer selber hat gar nicht das Thema. Also sprich, warum nicht dem Nutzer selber die Möglichkeit zu geben, sagen, ich bin bereit, dass du auf meine Daten zugreifen darfst, du darfst vielleicht sogar meine Daten zu Trainingszwecken benutzen und dafür bekomme ich A, B oder C. Und nicht sagen, ich schreibe jetzt genau vor, was entsprechend damit passiert. Die Sorge davor von allen Menschen immer, dass irgendwas Schlimmes mit den Daten passiert, halte ich für völlig übertrieben. Es gibt sicherlich Daten, die müssen wir sehr vorsichtig sein. Dazu gelten natürlich alles wirklich sehr personenbezogene Daten. Thema wie der Health Care, meine Finanzdaten etc. Verstehe ich total, müssen wir mit Sicherheit umgehen. Aber wenn der Nutzer selber sagt, für mich ist es in Ordnung mit diesen Daten, dass diese Daten benutzt werden, dieses KI-Modell zu verbessern, dann sollten wir auch diese Möglichkeiten schaffen. Und das kann man relativ einfach bei jeder
Heiko Hubertz: bei jedem Produkt im Nutzer ein Opt-in, Opt-out Option zu belassen. Und ich habe noch nicht mal das Problem, wenn der User aktiv Opt-in machen muss. Aber ich muss in der Lage sein, dieses Opt-in mir zumindest einzuholen und nicht von vornherein ein Verbot.
Daniel Mendes Jenner: Das mit dem Optin finde ich einen sehr guten Vorschlag. Gleichzeitig fände ich es zum Beispiel auch sehr hilfreich, wenn man besser nachvollziehen kann, was mit den Daten genau passiert. Also im Sinne von, ob die Daten jetzt nur zum Training des Modells benutzt werden oder ob es dann vor allem darum geht zu schauen, dass man eben daraus nochmal Werbeanzeigen etc generieren kann, weil ich das Gefühl habe, dass diese Transparenz auch oft sehr hilft, zu verstehen, ob das jetzt ein Zweck ist, für den man es gut findet oder für den man es nicht so gut findet. Ich glaube, so eine Sache, auch unser regulatorischer Rahmen so bisschen erschwert ist, man das in so viele Details packen kann, dass es für die meisten normalen Nutzer gar nicht wirklich greifbar und verständlich ist. Also da gibt es immer einiges an Hausaufgaben zu machen. Was das aber am Ende für jetzt ja schon bedeutet ist, dass es in Deutschland ja für viele Menschen nicht ganz so attraktiv ist, wie in anderen Ländern in dem Bereich zu gründen. Und wenn ich an deine Geschichte denke, ihr hattet auch in San Francisco ein Office mit Big Point. Dennoch bist du in Hamburg geblieben Oxalo aufzubauen Woran liegt das? Was waren deine Beweggründe?
Heiko Hubertz: Das ist eine sehr persönliche Bewegung. Ich war selber zweieinhalb Jahre in San Francisco und habe das Office dort mit aufgebaut. Habe aber dann doch gemerkt, dass ich sehr deutsch bin und mich in Deutschland sehr wohlfühle. Das muss man auch ganz klar sagen. Ich würde gar nicht in einem Land gründen wollen. Ich fühle mich in Deutschland sehr wohl und ich finde, sind ein tolles Land. haben tolle Hochschulen, haben tolle Forschungen, haben ein tolles Sozialsystem. Es gibt viele Sachen, es einfach Es ist einfach toll, in Deutschland oder auch in Europa zu leben. Aber das müssen wir auch uns erhalten. Und wir müssen uns dann auch anschauen, wie verändert sich die Welt und nicht versuchen, dieses Klein-Klein zu behalten. Und das, glaube ich, ist ein allgemeines Problem der Innovations-, der Forschungskraft, die wir hier haben, dass die halt immer wieder abwandert. Weil halt dann andere Themen, und ich will nicht nur regulatorisch mir hier immer vorschieben, Geld spielt auch eine ganz große Rolle. Wir haben nicht die finanziellen Möglichkeiten. in Deutschland, in Europa, in diese großen KI-Modelle zu investieren, wie es in den USA möglich ist. Das hat sehr viel damit zu tun, dass sowohl die Venture Capital Szene in den USA deutlich größer ist, als auch das sämtliche Big Tech, also Microsoft, Facebook, Google, Tesla, Nvidia, alle in den USA ansässig sind. Sprich, wenn dort Entscheidungen getroffen werden, wir finden jenes, diese Strategie sinnvoll, dann investieren die in Größenordnungen, in denen wir hier einfach nicht mithalten können. Deswegen ist es aber, muss man das auch akzeptieren, das ist vielleicht okay, aber dann müssen wir unsere Stärken finden und sagen, wie können wir mit unseren Mitteln, mit unserem Know-how, finanziellen Ressourcen etc. dennoch in einen Markt bestehen, der für uns vielleicht sinnvoll ist. Und deswegen hatte ich vorhin als Beispiel die Physical AI, Robotik etc. gemacht. Also es gibt ja immer Themen, die man dann besetzen kann, daran sind wir besonders gut, so wie wir weltweit anerkannt werden für unsere Autos, für unsere Qualität, für unseren Maschinenbau etc. Es gibt ja Bereiche und auf die müssen wir uns dann konzentrieren und da ist der Zug noch nicht abgefahren. Hier müssen wir nur heute schauen, dass wir stark genug da rein investieren, dass wir diesen Unternehmen, die in dem Bereich arbeiten, entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, finanziell, regulatorisch, human resources, dass all die auch wirklich da sind. Wir müssen denen etwas anbieten.
Heiko Hubertz: damit diese Talente, das Know-how und nachher die Herstellung auch wirklich in unserem Lande bleibt. Ich möchte nur ein Beispiel nennen, wie wichtig auch Geld ist. Nur wirklich nur ein Beispiel, was das Durchschnittsgehalt von OpenAI eines Mitarbeiters bei OpenAI ist, eines Entwicklers dort. Das ist über 800.000 Dollar im Jahr. Das ist keinem Unternehmen in Deutschland finanzierbar, zu sagen, ich zahle im Durchschnitt einem Mitarbeiter 800.000 Dollar im Jahr. Also das sind halt nur die Themen. Wenn ich
Daniel Mendes Jenner: Gerne.
Heiko Hubertz: Als Student, der hier sehr gutes, vielleicht Machine Learning, gute Sachen hier gelernt habe, dann aber dann dieses Angebot bekomme, zu OpenAI oder vielleicht auch zu einem anderen Unternehmen zu gehen und mit solchen Gehältern und mit solchen dicken Packages gelockt werde, ist natürlich für uns schwer, dieses Talent hier zu behalten. Also müssen wir mit anderen Themen, und das meine ich halt, Deutschland ist liebenswert und lebenswert, müssen wir halt mit anderen Themen kommen, warum wir Leute hier bleiben. Und da müssen mindestens mal die Rahmenbedingungen für diese Talente hier so sein, dass sie entweder hier arbeiten oder hier erforschen, hier gründen und nicht sagen, wegen des Geldes verlassen sie uns und gehen dann halt zu den Big-Tech-Unternehmen in die USA.
Daniel Mendes Jenner: Ich denke, Trump ist definitiv ein Pushfaktor, wenn ich mir anschaue, wie viele Talente an den Top-Universitäten sich jetzt doch gegen die USA entscheiden. Aber wir haben ja auch einige Pullfaktoren, wenn ich jetzt beispielsweise an Heilbronn denke, mit dem X-Py-Campus, der ja entsteht und wo ja auch sehr, sehr viel Geld von der Schwarzstiftung beispielsweise für das Thema mobilisiert wird. Für die Zuhörer, die das Thema vielleicht noch nicht so gut kennen, ich glaube, ein ganz großer Punkt ist, dass wir in Deutschland ganz viele
Heiko Hubertz: Ja. Ja, das stimmt.
Daniel Mendes Jenner: kleine Startprogramme haben für Startups. Also es gibt eine gute Infrastruktur, wenn es darum geht, die Idee zu entwickeln und so ein bisschen zu validieren. Aber sobald man dann an einem Punkt kommt, wo man so mehr als 10, 20 Mitarbeitende hat, dann wird es echt schwierig, das große Kapital anzuziehen und wirklich genügend Geldgeber zu finden, die einerseits so offen für das Risiko sind, dass sie da einfach mal Geld reinstecken. Und andererseits ist das Geld auch einfach oft nicht an den Stellen da. Während ich es von Gründern aus meinem Freundeskreis in den USA kenne, dass Sie einfach wissen, dass da erstmal großzügig mit der Gießkante Geld zugeschoben wird, sobald sie halt eines der Start-ups sind, was wirklich interessant ist. Und dann auch erstmal experimentieren können und ihnen niemand zu sehr auf die Finger haut, wenn da mal ein bisschen was daneben geht. Und man einfach einen großen Rahmen an Freiheit hat. Dafür aber auch deutlich mehr Start-ups da, diese großen Packages zu konkurrieren. Weil hier in Deutschland eben noch nicht so große Packages verteilt werden und man dadurch auch deutlich... größere Chancen hat, der kleineren Pakete zu bekommen. Das sind zwei sehr unterschiedliche Dynamiken. Man sollte sie kennen und ihre Vor- Nachteile verstehen. Aber wie du auch sagst, glaube, Sachen wie das Gefühl vor der Heimat und sich wohlzufühlen, einfach so starke Pulfaktoren. Da will man auch nicht einfach wegziehen. Das geht mir ganz genauso. Ich fühle mich sehr wohl in Deutschland. Ein Thema, was ich dennoch gerne anschneiden würde, was jetzt in eine andere Richtung geht. Das beschäftigt sich jetzt nicht mit Deutschland, mit unserem virtuellen den ich aber auch hier in Deutschland ganz stark wahrnehme. Denn unsere Redaktion hat ein bisschen recherchiert und eine Aussage von dir aus dem Jahr 2023 gefunden. Da meintest du nämlich, dass KI-Videos jetzt Teil unseres Alltags werden. Und ich glaube, es ist ja Fakt, wenn ich mir auf Instagram mal anschaue, entweder steht unter dem Video, dass es KI generiert ist, oder es steht unter dem Video, wie, dass es keine KI, weil es so unglaublich aussieht, dass es niemand glauben möchte. Und jetzt möchte ich natürlich wissen, wie bewertest du diese Aussage heute, das sind ja knapp zweieinhalb Jahre später, mit Blick auf Deepfakes, auf Manipulationen und all diese Dynamiken, die wir in Social Media zu KI-Videos erkennen können.
Heiko Hubertz: Also zum einen habe ich damals recht gehabt, das freut mich. Auf der einen Seite, auf der anderen Seite. Ich glaube, das das, was ich meine. ist der ganze Bereich, KI ist ja nicht aufzuhalten. Es geht ja nicht darum zu sagen, wir können das durch Regulatorik hier in Europa einschränken und sagen, das erlauben wir, das erlauben wir nicht. Sondern es geht darum, dass wir die Menschheit weiterbilden und ihnen klarmachen, was bedeutet das? Wie schaffen wir etwas?
Daniel Mendes Jenner: Ja.
Heiko Hubertz: den Leuten klarzumachen, dass es so etwas gibt, dass es Stimmen gibt, die durch eine KI-Generierung, Videos, dass es Texte und viele andere Sachen in der Zukunft geben wird, die rein KI-Generierung sind, wo keiner mehr dahinter ist. Wir alle kennen das, wenn wir irgendwelche Hotlines angerufen haben, Supportlines, und versucht haben, früher noch sehr undeutlich ins Telefon Nein zu sprechen, man sich verstanden hat, ob man A, B, C möchte, heute sind das KI-Agenten, die dahinter laufen, die schon eine sehr, gute Spracherkennung haben und dadurch einfach weiterhelfen. Und dasselbe wird natürlich in Social Media und Media allgemein sein. Ich bin mir sehr sicher, dass wir in wenigen Jahren komplette Filme, 90-Minuten-Filme, KI generiert sind. Ich bin mir sehr sicher, dass es Themen geben wird, dass Hollywood ein Problem haben wird. Dass ich sagen möchte, ich möchte heute einen Actionfilm sehen mit denen und den Leuten, dass und das soll passieren, es soll ein Happy End geben, kein Happy End geben. Und dann habe ich wenige Minuten, Stunden später, ich dann meinen eigenen Film generiert. Dasselbe für die gesamte Entertainment-Industrie. Musik, gibt es auch, wie viel Musik? die mittlerweile KI generiert wird oder KI unterstützt ist. All das wird, glaube ich, sehr individualisiert auf Mütze einer Zukunft möglich sein, das zu bekommen. Das ist was Schönes auf der einen Seite, aber was auch Erschreckendes und Störendes für viele andere, für Kunstschaffende, für Menschen, die derzeit mit dem Bereich noch ihr Geld verdienen und in der Zukunft für jeden anderen sehr einfach durch Prompting etwas Ähnliches zu schaffen. Also hier müssen wir eher schauen, wo geht der Trend hin. Aber es wird nicht die Möglichkeit geben, zu sagen, Wir erlauben das nicht. Wir können darüber sprechen, dass es gekennzeichnet werden soll, damit ich weiß, dass es der KI generiert ist oder nicht. Wir können darüber sprechen, was soll erlaubt sein? Darf ich irgendwie die Rechte eines anderen dafür benutzen oder nicht? Darüber müssen wir sprechen und dafür müssen wir Wege finden, dass das entsprechend wieder in einem fernen Wettbewerb steht und jeder entsprechend auch seinen Teil davon abbekommt und jeder vor allem weiß, was er da konsumiert. Aber es zu verbieten, Und stark einzuschränken, würde nicht funktionieren, weil woanders würde es dann trotzdem gemacht werden und es wird dann trotzdem rübergeschwappen zu uns. Und dann haben wir den Salat, dass wir wieder nicht entsprechend mitpartizipieren können, sondern nur verboten haben, anstatt es vorher so zu schaffen, dass es einen guten Wettbewerb geben kann, an dem alle fair mit teilnehmen.
Daniel Mendes Jenner: Ich bin auch der Filmbranche aktiv und einige der Themen, die du angesprochen hast, beobachte ich da auch sehr stark. Einerseits ging ja gerade durch die Medien, dass Netflix die Synchronsprecher in den Verträgen dazu verpflichtet, ihre Stimme für KI-Modelle nutzbar zu machen, was sie ja de facto auf lange Sicht arbeitslos machen würde. Also total spannende Dynamik in dem Bereich. Und gleichzeitig habe ich jetzt aber auch in der Bahn ganz zufällig einen Redakteur vom MDR kennengelernt, einen Regisseur, der KI-Filme macht und tatsächlich auch wirklich ganze Filme komplett mit KI produziert. Also das sind dann erstmal noch so kleine 3-5 Minuten, aber der war total Feuer und Flamme und findet das Thema super interessant, wie man KI eben auch für solche Inhalte nutzen kann. Also wirklich brandaktuelle Themen, du da ansprichst. Bevor wir uns aber dem letzten Themenblock nähern, habe ich noch eine kleine Schnellfragerunde vorbereitet, denn unsere Reaktion findet es natürlich auch spannend. Von dir noch das ein oder andere Detail aus deinem Alltag. herauszufinden. Diese Fragen dafür konzipiert, dass du da wirklich ganz kurz darauf antworten damit wir noch ausreichend für den nächsten Themenblock Zeit haben. Und zwar dafür nutzt du KI am häufigsten.
Heiko Hubertz: Textgenerierung.
Daniel Mendes Jenner: Und dafür am liebsten...
Heiko Hubertz: Noch ChatGPT, switche gerade zu Gemini.
Daniel Mendes Jenner: Mhm. Ein Mobile-Game, nachdem du mal süchtig warst oder bist.
Daniel Mendes Jenner: Nutzt du... okay. Nutzt du Big-Tech-Alternativen, wenn ja, welche?
Heiko Hubertz: Nein, nutze ich nicht. Ich nutze Big Tech, weil ich glaube, dass es die beste Technologie ist und ich die beste Technologie nutze.
Daniel Mendes Jenner: Welche alte Technologie, wie zum Beispiel zum Walkman oder Videorecorder, würdest du gerne wiederbeleben?
Heiko Hubertz: Ich habe immer noch einen DVD-Player und den nutze ich auch hin und wieder mal.
Daniel Mendes Jenner: Ich war tatsächlich jetzt auch vor ein Tagen in einem alten Kino, für die Berlinale eine Premiere moderiert und da gab es auch so eine Aussage mit ganz vielen alten DVDs. Total schön. Und letzte Punkt, darfst auch gerne ausführlicher beantworten, wie könnte man Online-Diskussionen wieder erträglich machen?
Heiko Hubertz: Ganz schwierige Frage, ganz schwierige Frage. Grundsätzlich wäre ich dafür, dass es klar wäre, wer die Person ist, die dort gerade postet. Ich verstehe aber auch, dass das nicht überall und auf der ganzen Welt sinnvoll und richtig ist. Ich finde, einfaches Beispiel, es ist sehr klar, dass ich in Deutschland sagen kann und darf... was ich möchte, ohne dass ich große Schwierigkeiten habe, bekomme, wenn ich nicht extrem jemandem stark beleidige. Das ist aber in vielen anderen Ländern eventuell nicht so. Die für ihre Freiheit kämpfen müssen und wenn die eventuell draußen erkannt werden, was sie dort posten und wer sie sind, dass sie im schlimmsten Falle mit Gefängnis, Tod oder ähnliches rechnen müssen. Also von daher ist das eine sehr schwierige Frage. Die ganzen Hass, den es allerdings gibt im Netz, die müssen wir einhalten gebieten, indem die Leute klarer zu identifizieren sind. Eine Lösung dafür habe ich ehrlicherweise auch nicht. Aber wenn wir über das Thema Regulierung die ganze Zeit vielleicht bisschen geschimpft haben, das ist ein Thema, ich sage, da müsste man eher mal schauen, wie kann man sicherstellen, dass wirklich erkannt wird, wer diesen Hass da gerade verbreitet. Wenn sie den weiter auch verbreiten, wenn ihr Klarnamen und jeder weiß, wer es ist, dann ist es so. Aber sich zu verstecken hinter Pseudonym, hinter Bots etc. ist ein schwieriges Thema.
Daniel Mendes Jenner: Ja, finde ich auch total ambivalent zu betrachten, weil ich einerseits einen riesigen Mehrwert darin sehen würde, wenn man genauso viel Verantwortung digital übernehmen muss wie in der realen Welt und quasi genauso eine zu einidentifizierbare digitale Versinnlichkeit hat wie in realen Welt, aber wie du eben schon meintest, es gibt so viele Anwendungsfälle, in denen es so ein hohes Gut ist, diese Anonymität aufrechterhalten zu können, dass es echt kein triviales Thema ist, ja.
Heiko Hubertz: Und ich glaube, es wird halt, wieder das Thema KI nochmal zu nennen, es wird eher noch mehr zunehmen, weil es noch einfacher sein wird, jetzt solche Texte zu generieren, solche Bots zu haben, noch schneller zu regieren, weil ich einfach mir dafür jetzt Tools zusammensetzen kann. Ja, und dann sind es aber nur noch KI-Bots, die das verbreiten. es ist ein schwieriges Thema. Dem Bedarf ist auch mehr aufmerksam.
Daniel Mendes Jenner: Diese Einfachheit ist ein gutes Stichwort, denn eine Sache, ich zumindest auch immer im eigenen Alltag wahrnehme, ist, dass man natürlich auch viele Alltagssituationen jetzt viel stärker auf KI auslagert. Ich habe mittlerweile echt so ein Modus gefunden, ich bei manchen kleinen oder größeren Aufgaben des Lebens einfach mal schnell eine Audio an ChatGPT rausschicke und mir das beantworten lasse. Eine Frage, die mir dabei auch gekommen ist, Was macht das mit uns Menschen, wenn wir jetzt immer mehr kleine oder große Aufgaben unseres Lebens an KI outsourcen? Was geht bei dir in deinem Kopf vor bei dem Thema?
Heiko Hubertz: Ich finde eine ganz spannende Frage. Das ist ja allgemein die Frage, wo geht die Arbeitswelt von uns Menschen hin, wenn vieles durch KI eventuell übernommen werden kann? Ich beantworte aktuell die Frage für mich, dass Menschen auch wirklich Menschenarbeit machen sollten und nicht einfach digitale Klickarbeit. Und damit meine ich, wir Menschen mit uns Menschen unterhalten, Empathie zu zeigen, dass wir auf unser Bauchgefühl hören, Entscheidungen zu treffen. zu kommunizieren. Das ist, glaube ich, etwas, wo wir Menschen stark sind. Einfach das Thema Körpersprache zu lesen, zu erkennen, was bedeutet das, wie regiert man gegenüber darauf. In welcher Art und Weise ich das auch immer dafür nutze. Aber sich darauf zu konzentrieren und nicht nachher da zu sitzen und dreimal die E-Mail überlesen, ob nicht wirklich noch ein Grammatikfehler, Ratschrapfehler ist, ob ich nochmal jenes über dieses Wort anders setzen müsste oder dass ich nach einem Meeting, das ich hatte danach, noch mal schreibe, dass noch mal jedem wieder ein Follow-up schicke etc. All das sind Sachen, die können KI für mich sehr einfach übernehmen oder einen großen Businessplan, Excel-Pfeil mir anzuschauen, sage ich, finde da irgendwelche Abweichungen, irgendwie die Themen, fasse mir jenes oder dieses zusammen. Das sind alles Sachen, die vorher sehr viel Zeit gekostet haben, wo Menschen nur alleine mit einem Thema beschäftigt waren, also nicht Menschen mit Menschen gearbeitet haben. Und ich glaube, da wird eher der Weg hingehen, dass diese Arbeiten heutzutage und sehr zukunftsbald von KI übernommen wird und wir Menschen dann wieder nur untereinander und miteinander arbeiten. Dadurch vielleicht eine komplett andere Art der Arbeitswelt.
Daniel Mendes Jenner: Ja, also ich merke das auch sehr, stark. Ich bin jemand, der sehr viele Schwierigkeiten damit hat, so diese ganzen Follow-up-Mails und all dieses organisatorische Um-meine-Arbeit so selber zu managen, weil ich merke, dass wenn man jemand ist, mit sehr vielen Menschen Kontaktpunkte herstellen kann, man dadurch natürlich einen riesigen Rattenschwanz an kleinen Alltagsaufgaben mit sich zieht. Und ich glaube, KI hilft mir da derzeit total weiter. Und ich merke immer wieder, wie viel mehr sie kann, als ich ihr zutraue und in wie vielen Bereichen ich sie eigentlich noch einbinden könnte. Und da bin ich ganz bei dir. Das sind Aufgaben, wo ich auch niemand anderem die zumuten wollen würde und nicht extra dafür jemanden einstellen möchte, weil ich weiß, das ist eigentlich keine Aufgabe, die Spaß macht, die Sinn stiftet und wo ich das Gefühl habe, dass ich anderen Menschen wirklich einen Gefallen damit tun würde, wenn ich sie an sie auslagere. Dementsprechend total gute Unterscheidung. Ja.
Heiko Hubertz: Genau. Wenn ich einen kleinen Werbeblock hier einbringe, weil das ist genau das, was wir bauen, der ist halt mit unserem Unternehmen. ich habe vorhin erzählt, wir haben früher diese Kinder-App gebaut, dann haben wir diverse Pivots gefahren und das Produkt, das wir jetzt haben, ist genau das. Das heißt, Himala.com, das ihr das mal anschauen möchtet, ist genau das, die Follow-ups zu checken. Wir gucken in deine E-Mails hinein, deine Slack-Nachrichten oder was immer du für Tools benutzt und versuchen dir damit zu helfen, automatisch Antworten schon vorzugenerieren, dir aufzuzeigen, wo musst du vielleicht nochmal nachhaken. muss noch etwas machen. Weil genau das glaube ich auch. Das ist aber viel Arbeit, die in der Vergangenheit alleine vom Computer stattgefunden hat, der ich Stunden mit verbracht habe, nur jenes oder dieses noch zu machen, anstatt zu sagen, warum bin ich denn eingestellt worden, jetzt noch irgendwie 7, 8 E-Mails zu schreiben oder nochmal 8 Follow-ups zu machen oder die Präsentation zu machen. Nein, das kann eigentlich alles die KI machen. Ich bin dafür eingestellt worden, Entscheidungen zu treffen, Sachen voranzutreiben, Leute zu motivieren, mit ihnen zu kommunizieren. Dafür bin ich eingestellt worden und darauf sollten sich die Menschen zu... Und da glauben wir total daran, dass diese Produktivitätstools im KI-Bereich, und davon wollen wir halt eines sein, dass das ein großer Trend sein wird und für die Leute helfen wird, ihre Jobs in Zukunft einfacher und besser
Daniel Mendes Jenner: Das Timing könnte kaum besser sein. habe mir gestern erst versucht mit Sepp hier selber so einen Automatisierungsflow zu basteln, dem das klappt, aber dann schaue ich gleich auch mal bei euch vorbei. Sehr, gut. Wir nähern uns aber schon dem Ende der Folge. Dementsprechend würde ich sagen, lass uns mal versuchen, so ein kleines Fazit zu knien. Und bevor wir das tun, möchte ich aber noch von dir einen Zukunftsausblick haben.
Heiko Hubertz: Ja.
Daniel Mendes Jenner: Wie entwickelt sich das Thema denn noch in den nächsten Jahren? Es ist ja super schwierig das zu greifen. Es ist ja wirklich etwas mit exponentiellem Wachstum. Und woher interessiert mich deine Meinung? Wo geht's hin für uns?
Heiko Hubertz: Es geht so schnell, die KI-Entwicklung, dass es wirklich schwer ist, zu sagen, genau da sind wir. Aber was ich vorhin schon sagte, ich bin mir sehr sicher, dass wir in der Zukunft deutlich mehr Medien konsumieren, die KI generiert sind. Ob vollständig oder teilweise. Aber ich glaube, es wird kaum ein Medium geben, das nicht durch KI-Unterstützung, wenn das generiert worden ist. Von der Zeitung über die Fernsehsender, über die News, meine Musik, egal was ich konsumiere. Es wird mindestens KI unterstützt sein. Ich glaube, dass es ein völliger Alltag sein wird, dass wir alle KI in irgendeiner Art Form nutzen. Viele nutzen es ja heute schon, wenn ich Google Maps oder ähnliches nutze, ist da ja auch schon teilweise KI drinne. Im Computerspielen ist schon heutzutage KI drinne. Also das wird, glaube ich, der Alltag sein. Und wenn wir ein bisschen weiter schauen, und ich nochmal auf das Thema Robotik komme, und wir wirklich jetzt vielleicht mal 10, 15 Jahre, aber glaube ich gar nicht viel weiter schauen. wird es totaler Alltag sein für viele, noch nicht für alle, aber für viele, ein Roboter zu Hause zu haben, in irgendeiner Weise ihnen helfen wird. Sei es beim Haushalt, sei es bei der Pflege, sei es bei den Kindern. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass in der Zukunft jeder, wenn ein Kind rausgeht zum Spielen, den Roboter mit schickt, aufzupassen, dass nichts schief geht, das Kind von der Straßensucht rechtzeitig zurückziehen, bevor es die Straße läuft oder ähnliches. Also ich kann mir genauso vorstellen, dass jeder zu Hause in Küche in einen Robotikarm hat, der dann entsprechend vielleicht Sachen kocht, zubereitet, ähnliches macht. Es muss gar nicht der Roboter sein, der da rumläuft, sondern allein nur der Arm, vielleicht etwas macht, oder mehrere Arme. So wie heutzutage vielleicht jeder eine Thermomix hat, wird es Zukunft vielleicht zu arm sein. Also ich glaube, dass der ganze Trend KI nicht aufzuhalten ist und in all unseren Bereichen im Alltag einziehen wird. Und es ist eine Frage nur, wie sehr nehmen wir es an, wie sehr wollen wir es annehmen und wie sehr schützen wir uns vor auch den negativen Folgen, über die wir jetzt wenig, aber zum Teil gesprochen haben und die müssen wir uns darum kümmern. Also es geht auch darum, ja, Regulierung ist wichtig, aber nicht überregulieren.
Daniel Mendes Jenner: Ich wollte ja sagen, damit hast du ja schon eigentlich schönes Schlusswort gesprochen. Einen letzten Punkt habe ich noch und zwar für alle Menschen, die sich jetzt weiter zu dem Thema einlesen möchten oder die generell beim Thema künstliche Intelligenz up to date bleiben wollen bei all dem, was gerade passiert. Was ist so deine Go-To Informationsquelle, auf dem aktuellsten Stand zu bleiben?
Heiko Hubertz: muss jetzt ehrlicherweise mit meinen Mitarbeitern zu sprechen, weil die sich ständig mit dem Thema beschäftigen und natürlich viel Netzwerken, viel Podcasts hören etc. Es gibt einen, der für mich immer sehr spannend ist, den ich hier empfehlen kann, weil da sowohl die wirtschaftliche als auch die technische Seite und nicht nur von KI, aber sehr viel über KI gerade spricht, ist der Doppelgänger-Podcast, den ich noch sehr gerne nebenbei höre. Der sehr einfach und auch gerade die Auswirkungen auch gut beschreibt. Also der PIP macht da immer eine gute Figur, solche Sachen zu
Daniel Mendes Jenner: Genau. Wir haben heute ganz viel über die Entwicklung des Internets gesprochen, über Unternehmertum im Digitalbereich, über Regulierung von der Europäischen Union, aber auch hier in Deutschland und die Herausforderung von einer Gründung hier, aber eben auch in den USA und was alles noch in den Bereich kommen wird. Du hast es ja eben schon ganz schön gesagt. Regulatorik, ja. Die Frage ist, wann und wie viel dementsprechend. Sehr, schön, dass wir heute Zeit hatten, miteinander über das Thema zu sprechen. Ganz lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich bin gespannt, was wir in den Kommentaren von den ZuhörerInnen noch dazu erfahren werden, was sie für Fragen haben. bis dahin haben wir jetzt erst mal Feierabend. Ganz lieben Dank, dass du da warst. Mach's gut.
Heiko Hubertz: Vielen Dank.